Jungforscher Felix Jankowski: zwischen Technik, Tüftelei und Tanz - Ab Montag bei "Jugend forscht" in München
Marktoberdorf |ver | Noch bevor er lesen konnte, hantierte er mit Elektrobaukästen, zerlegte Fernbedienungen. Er schaute sich „Die Sendung mit der Maus" und manchmal „Löwenzahn" mit Peter Lustig im Fernsehen an. Später hielt der kleine Junge seine Eltern auf Trab, indem er Schaltungen baute, die in der Nacht anfingen zu piepsen, oder eine Lichtschranke konstruierte, die aufzeichnete, wenn jemand unbefugt das Kinderzimmer betrat.Schon während Felix Jankowskis Kindheit gab es zarte Hinweise darauf, dass der Marktoberdorfer ein Faible für Technik und Tüftelei hat. Diese Leidenschaft hat den heute 19-Jährigen weit gebracht: Der Schüler, der bald sein Abitur macht, ist ab Montag beim Landesentscheid von „Jugend forscht" in München. Von 12. bis 14. April fährt er noch einmal nach München - zum Bundesfinale des Siemens-Schülerwettbewerbs „Klima wandern".
Beide Male wird Jankowski seine neueste Entwicklung vorstellen: ein Elektro-Gerät, das im Standby keinen Strom verbraucht und so hilft, Energie zu sparen. „Ich habe einfach ein persönliches Interesse am Fortschritt", sagt der Gymnasiast, der Mathematik und Physik als Leistungskurse belegt hat. „Ich baue gerne was - das gefallt mir. Und ich will mich nicht über Geräte, die ich habe, ärgern, sondern sie verbessern." Wenn den Ideen Taten folgen, ist der 19-Jährige im Keller zu finden, an der Werkbank des Vaters. Geht's um Theoretisches, nimmt der Schüler auch mal den Esstisch in Beschlag. „In meiner Familie sind alle sehr tolerant", sagt Jankowski über seine Eltern und seine zwei Brüder. Trotzdem: „eine Garage zum Basteln wie in Silicon Valley - das wäre schon cool."
Ist der Jungforscher erstmal am Werkeln, kann es spät werden: „Am Anfang, wenn man 'ne tolle Idee hat, sitzt man daran, wann immer es geht." Und weil ihm manchmal zwischen ein und zwei Uhr nachts die besten Ideen kommen, tüftelt Jankowski ab und zu noch, „wenn andere Leute ins Bett gehen. An man¬chen Sachen arbeite ich aber auch nur, wenn ich Langeweile habe". Das Codeschloss an der Eingangstür zum Beispiel ist Marke Eigenbau.
Im vergangenen Jahr ging es dann mit größeren Projekten los: Mit Sebastian Weihele entwickelte Jankowski ein Lastermodell, das mit Hilfe von Handys gesteuert wurde. Es war Jankowskis Facharbeit und der Einstieg in ein anderes Arbeiten. Das Projekt wurde benotet und nahm bei „Jugend forscht" teil, wo es ausgezeichnet wurde. Basteln allein reicht da nicht aus - „man muss Schaltpläne zeichnen, eine Dokumentation machen und Vorträge vorbereiten".
Studium an der Technischen Universität München geplant
So sorgen das Abitur und sein aktuelles Projekt dafür, dass Jankowski alle Hände voll zu tun hat. Seine kleine Computer-Firma hat er deshalb vorerst aufgegeben - ebenso das Tanzen, ein weiteres Hobby. In mehreren Kursen hat er nämlich die Standardtänze erlernt.
Weniger begeistern kann man den Schüler dagegen mit Gedichtanalysen - „damit tue ich mir echt schwer". Bei dem Studium, das der 19-Jährige anstrebt, dürfte das aber kein Hindernis darstellen: Er hat sich für Elektro- und Informationstechnik an der Technischen Universität München entschieden.
Aus:
Allgäuer Zeitung v. 29.03.2008
Lokalteil Marktoberdorf

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